Motoreinbau in Etappen

Heute um 14 Uhr sollen wir uns wegen eines Termins zum Motoreinbau bei der Werft melden. Gerade als Stefan aufbrechen will, kommt der Manager der Werft zu uns an den Steg. Wir sollen gleich abgeholt werden, heißt es. Wir sind etwas überrumpelt, wir haben es kaum für möglich gehalten, dass der Motor noch diese Woche eingebaut werden wird. Wir beeilen uns, das Boot klar zu machen, holen unser Stromkabel etc. ein und warten auf das Schleppkommando.

Gegen 15 Uhr liegen wir dann wieder am Kranplatz der Werft und warten. Eine große Holzkiste wird per Gabelstabler gebracht und neben unserem Boot abgestellt. Doch dann liegt alle Aufmerksamkeit erst einmal bei einem Jet-Ski, das eine russische Motoryacht in der Hafeneinfahrt verloren hat und das geborgen werden will.

Um 16 Uhr haben wir dann kaum noch Hoffnung, dass heute noch etwas passieren wird. Schließlich geht es stramm auf den Feierabend zu. Doch wir irren uns. Die Holzkiste wird aufgehebelt und der Kran wendet sich unserem Motor zu.

gestrichener Motor
revisionierter Motor
CC BY-NC-SA 4.0 Ulrike & Stefan Engeln

Unter viel Geschwanke wird der Motor an seinen Platz befördert. Es sind einige Anläufe von Nöten, bis das gute Stück auf seinen Stützen zu stehen kommt. Wir lassen beim Zusehen einige Nerven. Überraschend gewissenhaft wird der Motor nun an den Stützen befestigt. Dann ist es wirklich Zeit für den Feierabend und alle Schläuche, Kabel und sonstigen Verbindungen müssen bis morgen warten.

Treibgut

Nach einem Starkwind oder Sturm lässt sich so Einiges im Hafenbecken finden. Neben Treibholz und Müll findet sich auch gelegentlich mal ein losgerissener Fender oder sogar ein Fenderbrett, das nicht hinreichend gesichert war.

Gestern haben wir dann das bisher wertvollste Treibgut entdeckt: Ein Jet-Ski. Einsam, verlassen und gekentert treibt es in der Hafeneinfahrt. Es wird dann zur Werft geschleppt und dort am Steg versuchen vier Leute mit vereinten Kräften und der Hilfe eines Krans, das gute Stück wieder an Land zu befördern.

Rettungsversuch Jet-Ski
Jet-Ski kurz vor dem Versinken
CC BY-NC-SA 4.0 Ulrike & Stefan Engeln

Kurz bevor es vollkommen gesunken ist, bekommt es doch noch trockenen Boden unter den Füßen. Ob es allerdings nach dem Ganzkörper-Wasserkontakt noch gebrauchsfähig ist, bleibt abzuwarten.

Jet-Ski gerettet
geborgener Jet-Ski
CC BY-NC-SA 4.0 Ulrike & Stefan Engeln

Wir erfahren, dass eine russische Motoryacht dieses Spielzeug wohl beim Passieren der etwas ruppigen und aufgewühlten Hafeneinfahrt verloren hat.

Streuner

Vor kurzem haben wir uns bei Heinz, dem Erbauer unserer THO, erkundigt, ob das Deck stark genug für einen Haltepunkt eines zweiten Vorstags sei. Witzigerweise erreichte ihn unsere Mail in Portimao, wo er sich damals selbst mit der Problematik eines zweiten Vorstags beschäftigt hatte. Da er für seine Lösung damals Backstagen fahren musste, hat er allerdings kurzerhand wieder auf das zweite Stag verzichtet.

Doch mit dieser Wiederholung nicht genug. Auch in punkto Motor scheint es Parallelen zu geben. So haben wir als Reaktion auf den langen Heimaturlaub des Motors, bzw. der Verzögerung durch die Spedition, erfahren, dass unser Motor bereits vor Jahr und Tag auf dem Weg nach Martinique für 6 Wochen verschollen war. Dann ist er in Florida in einem Container nach Martinique wieder aufgetaucht. Scheinbar genießt er es, durch die Welt zu streunern und sich gelegentlich eine Auszeit zu gönnen. Auch sein Timing bei der Rückkehr nach Rom ist gut gewählt. Pünktlich zu einer Schlechtwetterfront steht er wieder auf dem Werftgelände und kann sich noch ein paar Tage Ruhe gönnen, bis der Regen vorbei ist. Doch lange wird sich unser Streuner wohl nicht mehr vor dem Einbau drücken können.