Marina Menorca Mahón

Baguette für 90 Euro

Vor der Überfahrt nach Menorca hatten wir uns eigentlich entschlossen, direkt nach der Einfahrt zum Hafen von Mahon in der Bucht Cala Taulera zu ankern. Das hatte uns Jupp, unser Segelfreund aus Messolonghi, auch empfohlen. Nach der Überfahrt so hatten wir es uns überlegt, wären wir sicherlich müde und um sich eine Suche nach einem günstigen Liegeplatz zu ersparen, wäre es wohl am besten, einfach in der ersten Bucht das Eisen zu schmeißen und sich aufs Ohr zu hauen.

Leider, so muss man sagen, haben wir uns unterwegs eines Anderen besonnen. Wir dachten daran, dass wir für die Weiterfahrt gerne Wetter aus dem Internet ziehen würden. Und an tiefen Schlaf wäre eher am sicheren Steg als in einer ggf. schaukeligen Bucht zu denken.

In unserem Hafenführer wird die Marina Menorca als diejenige Marina beschrieben, die am allerweitesten von der Innenstadt von Mahon entfernt ist. Umso günstiger müsste die Marina doch eigentlich sein – dachten wir uns. Jedoch weit gefehlt! Die Marina berechnet in der Hauptsaison für ein Boot unserer Größe € 88. Schon allein bei den aufgerufenen Tarifen bekommt man Atembeschwerden.

Tristesse Marina Menorca
Marina Menorca Straßenansicht
CC BY-NC-SA 4.0 Ulrike & Stefan Engeln

Aber richtig bodenlos unverschämt wird der Preis, wenn man sich überlegt, welche „Leistung“ die Marina bietet. Die Sanitäranlagen haben eine Anmutung von Dixieklo. Die Marina fügt sich ganz am Ende der Bucht von Mahon harmonisch ein in ein Ensemble von Reihenhaustristesse mit Straße auf der einen Seite und einer durchaus hörbaren Fabrikanlage auf der anderen Seite. Beim Wifi der Marina kann man jedes eingehende Bit mit Handschlag begrüßen. Ein freies Wifi-Netz, das wir auch reinbekommen, ist bedeutend schneller.

Marina Menorca
Marina Menorca Fabrik
CC BY-NC-SA 4.0 Ulrike & Stefan Engeln
Mahón Marina Menorca
Tristesse in der Marina Menorca
CC BY-NC-SA 4.0 Ulrike & Stefan Engeln

Dafür bekommen wir, erstmalig in einer Marina, morgens ein Baguette aufs Boot gelegt. Das versöhnt uns aber keineswegs. Wir stellen uns vor, wie sich die Geschäftsleitung der Marina, Champagner schlürfend, ausmalt, wie wir hier an Bord am trockenen Brot knabbern. Und wie sie dabei  herzlich darüber lacht, wie man hier Segler neppt. Für den Preis hätte man sich wenigstens noch Trüffelpastete zum Baguette gewünscht.

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