Klopfzeichen

Wir verbringen eine unruhige Nacht. Zu vieles geht uns durch den Kopf. Lange bevor der Wecker klingelt, können wir nicht mehr richtig einschlafen und lauschen den Möwen, die über unser Deck tapern. Aufstehen wollen wir allerdings noch nicht. Den irgendwann klingelnden Wecker und ein kurz darauf klingelndes Handy versuchen wir ebenfalls noch zu ignorieren. Als es jedoch an unser Boot klopft, schälen wir uns doch aus den Federn. Der liebe Jupp steht vor unserem Boot und will uns kurz begrüßen. Er ist gerade in Messolonghi angekommen, nachdem er die Nacht am Athener Flughafen verbracht hat. Er hat den ersten Bus in der Frühe nach Messolonghi genommen und verabschiedet sich gleich wieder ins Bett. Wir hingegen sind nun wach.

Erst einmal muss frischer Kaffee auf den Tisch. Dank Wasserkocher und Landstrom kein Problem. Danach beschäftigen wir uns mit unserer Salzwasser-Fußpumpe. Quasi über nacht ist uns die an sich mehr als naheliegende Idee gekommen, dass der Salzwasser-Zulauf für die Pumpe möglicherweise mit am Zulauf für den Motor hängt. Das Seeventil für den Motor haben wir aber bisher noch nicht geöffnet. Wir hoffen inständig, dass wir am gestrigen Abend nicht die Fußpumpe geschrottet haben und schlängeln uns durch den Motorraum, um das entsprechende Ventil zu öffnen. Kaum ist das geschehen, funktioniert unsere Fußpumpe wieder 1a. Wieder was gelernt.

Im Anschluss beschäftigen wir uns mit unserem klemmenden Ruder. Mit dem Bootshaken bewaffnet, klopfen wir kräftig auf den Bewuchs ein, bis dieser ins Wasser zu rieseln beginnt. Den Unterwasseranstrich werden wir wohl bald erneuern müssen, denn das Ruder lässt bei dieser Aktion auch etwas Farbe. Das Ruder lässt sich nun aber wieder in beide Richtungen bewegen und wir werden optimistisch, dass wir unsere Probleme in den Griff bekommen. Heute jedenfalls haben wir gleich zwei Probleme auf einmal gelöst.

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